Superbooth 21: Mayer-EMI MD900 X-VA extended Virtual Analog Synthesizer

MD900 extended Virtual Analog (XVA) Desktop Synthesizer
MD900 X-VA Bildmaterial: ©Mayer EMI

Der Mayer-EMI MD900 X-VA ist ein auf dem Eurorack-Modul M800-R2 basierender aber erweiterter polyphoner Desktop-Synthesizer, mit 4-fach multitimbralem Aufbau und einer separaten sample basierten Drum/Loop Einheit. Insgesamt 16 Synthesizer -Stimmen können dynamisch auf vier separate Klangfarben verteilt werden. Auf der Superbooth 21 wurde ein erstes Vorserienmodell präsentiert. Preis und Lieferdatum des vielversprechenden Synthesizers stehen noch nicht fest.

Aufbau

Jeder Part des Mayer-EMI MD900 X-VA hat einen eigenen Multi-Effektkanal [Mod-Delay (Flanger, Chorus, Vibrato), Reverb, Tube-AMP, EQ, LP-Filter, DYNAMIC (Limiter) , Stereo Delay …]. Der gesamte Audiopfad ist in Stereo ausgelegt. Somit arbeiten der Oszillator, Mixer, Filter, Verstärker und die Effekte allesamt in Stereo. Die MD900 XVA-Engine ist Patch-kompatibel mit dem M800-R2 Synthesizer.
Jedem der vier Synth-Parts sind vier unabhängige Arpeggiator und Step-Sequenzer zugeordnet. Der Trigger-Sequenzer kann den zusätzlich integrierten Sample-Player auslösen oder Trigger-Impulse an MIDI-Out senden (5 Pin DIN oder USB-MIDI). Drum Kits können hierbei aus .wav Dateien mit unterschiedlichen Bit-Tiefen und Samplingfrequenzen bestehen. Ein Kit besteht aus maximal 14 Instrumenten.

Hardware & Verarbeitung

Das Gehäuse besteht aus Aluminium und echtem Nussbaumholz auf der Vorder- und Rückseite. Alle Komponenten sind lt. Hersteller industrietauglich ausgelegt. Es werden Präzisionspotentiometer und mit Aluminium beschichtete Taster verwendet. Für einige Parametereingaben stehen endlos-Encoder zur Verfügung.
Das Erscheinungsbild und die Verarbeitung liegt damit ebenfalls auf Augenhöhe mit den großen Global Player Marken.

Mayer MD900 X-VA Demonstration Video by Tom Wiese/Synth Anotomy

Klangerzeugung

Die (Extended Virtuell-Analog) X-VA-Sound Engine des MD900 läuft auf einem angepassten Linux-Betriebssystem und bootet in weniger als 30 Sekunden. Alle Inhalte wie Wavetables, Samples, Preset- und Sub-Preset-Dateien werden im internen Dateisystem gespeichert. Die Dateiverwaltung ist über Ethernet (USB-Lan Adapter) zugänglich. Die Verwaltung von Presets, Samples, Wavetables-Konfigurationen und Updates sollen damit einfach zu handhaben sein.

Stimmenaufbau:

Das Herzstück der Stimme sind die beiden aliasingfreien digitalen Oszillatoren (OSC1,OSC2). Diese Oszillatoren bieten zwei verschiedene Modi an: entweder Wavetable- oder Algorithmus-Oszillator. Jeder von ihnen kann in bis zu 4 Instanzen mit Detuning-Funktion genutzt werden um z.B. ein breites Stereopanorama zu erzeugen.

Der Noise ist ein samplebasierter Oszillator der mit jedem Note-On neu gestartet werden kann, mit Fix Pitch frei laufen oder dem Note-On Pitch folgen kann. Alle Oszillatorausgänge sind Stereo und laufen in den Mixerbereich. Der Ausgang des Mixers hat zwei Pfade, die als Eingang für beide Stereo-Multimode-Filter (A / B) dienen. Beide Filterausgänge speisen die Amps (A/B) und dessen Stereoausgänge speisen wiederum die Effektkette.

Mixer:

Der Mixer summiert primär die OSC1,OSC2 Noise Ausgänge. Es kann entschieden werden, auf welchen Weg (A/B) gemischt werden soll. Cross Fade zwischen OSC1 und OSC2 befinden sich nur auf Pfad A. Der Überblendungsbetrag ist ein mögliches Modulationsziel.

Multimode-Filter:

Beide Multimode Filter emulieren einige klassische analoge Filtertypen mit 12dB oder 24dB Filtertiefe als LP, BP, HP, NS.Einige der Filtertypen können bei hoher Resonanz auch selbst oszillieren.
Die resultierende Cutoff-Frequenz wird in Echtzeit angezeigt. Eine grafische Ansicht zeigt dabei die Filterkurve im Kontext mit dem gewählten Filtertyp, Filtermodus und deren einzelnen Parametern an.

Modulationsmatrix:

Die Modulationsmatrix hat 24 Steckplätze. An jedem Steckplatz kann eine Modulationsquelle und ein Modulationsziel definiert werden. Die Stärke kann zwischen 0-100% eingestellt und die Polarität umgekehrt werden. 38 Modulationsziele und 24 Modulationsquellen stehen insgesamt zur Verfügung.

Drums:

Die Drumkits sind in 14 verschiedene Instrumente organisiert. Für jedes Instrument ist ein Sample wählbar (Stereo/Mono-Sample .wav). Die Tonhöhe, das Panorama, die Lautstärke, die Start- / Endpunkte und die Ausblendzeit sind einstellbar.
Eigene Drumkits können mit Namen gespeichert werden. Das Drumkit kann mit Midi über Kanal 10 angesteuert werden. Die Notennummer ist auf jedem einzelnen Instrument wählbar und wird auch in der Drumkit-Datei gespeichert. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Instrumente mit dem eingebauten Drum Grid (Drum Sequenzer) auszulösen.

Wavetable Oszillator:

Die Wavetables werden ebenfalls im Dateisystem gespeichert und können aktualisiert werden. Sollten ein oder mehrere Wavetables weniger als die 256 Wellenformen einer Table aufweisen, werden sie automatisch auf 256 Wellenformvarianten erweitert. Der Wavetable-Oszillator läuft ebenfalls wie der VA auf bis zu 4 Instanzen. Mit Detune ergibt dies ein breiteres, warm klingendes Stereo-Spektrum. Der Spread ist einstellbar. Spektrale Morphs mit den verschiedenen Algorithmen erweitern die Klangergebnisse zusätzlich.

Algorithmus-Oszillator:

Dieser Oszillator wird verwendet, um klassische Analosynthesizer-Wellenformen zu erzeugen, aber mit einer variablen Formung. Dies bedeutet konkret, dass die Wellenform vom primären Algorithmus und bis zu weiteren 3 Parametern abhängt, welche die Wellenform erzeugen. Als Beispiel: Der „VA-Sweep“-Algorithmus ändert die resultierende Wellenform aus einer Säge – tri (P1: 0-25%), tri – sin (P1: 25-50%), sin – Puls (P1: 50-75%) und ändert die Pulsbreite (P1: 75-100%). Andere Algorithmen sind ebenfalls implementiert (Dual PWM, HardSync-Saw, PWM, Formant Sin, Phase-Distortion-SIN, Fract PWM).
Mit diesem Oszillator können laut Mayer-EMI Klänge erzeugt werden, die typisch für die analoge Synthese sind. Mit den Modulationsfunktionen können diese aber deutlich erweitert werden. Der Oszillator ist bandbegrenzt und generiert laut Hersteller keine Aliasing-Artefakte.

Noise Sample Oszillator:

Dieser Sample-basierte Oszillator (Stereo-Samples .wav) ermöglicht das Abspielen von Ambient- oder Noisy-Samples und folgt entweder der Tastatur-Notenhöhe oder bleibt auf einer festen Tonhöhe für Athmos, Drones,Loops etc.. Das Sample kann endlos, geloopt (Start-/Endpunkte) oder auf Note-ON retriggered gespielt werden. Der Ausgang dieses Oszillators kann kontinuierlich zwischen Filter A / B gemischt werden, um diesem Ausgang einen unabhängigen Verlauf zu geben.

Effekte:

Die Effekteinheit existiert für jeden Teil (A, B, C, D) unabhängig. Mehrere Effekte können zugewiesen werden. Typen: DELAY, CHORUS-FLANGER, EQ, KOMPRESSOR, HALL …

Arpeggiator & Step Sequenzer:

Der eingebaute Arpeggiator-Modus bietet bis zu 64 Schritte. Die Arpeggiator Melodie kann in Echtzeit durch Drücken anderer Tasten geändert werden. Das MODE-Fenster enthält folgende Einstellungen: „aus, ein, legato“ und gibt an, ob die Note abgespielt oder halten soll. Darüber hinaus ist der Arpeggiator in der Lage, als Step-Sequenzer zu fungieren. Innerhalb des Sequenzer-Modus kann jeder Ton bei jedem Schritt in Halbtönen oder Oktaven verschoben werden. Wird eine Taste auf der Tastatur gedrückt, verschiebt sich die Sequenz in Bezug auf den gedrückten Grundton.

Clip-Launcher

Mit dem Clip Launcher können Sie pro Instrument (Parts A,B,C,D,Drum CV1,CV2) alternative Sequenzen (8) Arpeggios oder Drum Patterns erstellen. Dies bietet eine Live-Kontrolle über das jeweilige Arrangement um flexibel im Studio zu experimentieren oder live auf der Bühne Clips abfeuern zu können.

Anschlüsse und Ausgänge

  • Maße Desktop-Gehäuse
    460mm x 295mm x 65mm
  • Stromversorgung
    Externer 15V DC Power Brick 50W
  • Audio-In
    6,3-mm-Stereobuchse
  • Audio-Out
    Links 6,3-mm-Mono-Buchse, rechts/links 6,3-mm-Stereobuchse
  • Kopfhörer
    6,3-mm-Stereobuchse
  • MIDI DIN-Anschlüsse:
    1x Midi Eingang, 1x Midi Ausgang, 1x Midi durch
  • USB 2.0
    2x Hot Connect für USB/Ethernet, USB-Midi Host
  • Pedal SW
    1x Pedalschaltereingang 6,3mm Klinke
  • Lautstärkepedal
    1x Standard Expression Pedal
  • TFT Dislay
    5″ 800x 480 Farbe (24bit) kapazitives Touch-Display.
  • Frontpanel
    37x Potentiometer, 12x Linearschieber, 12x Endlos-Encoder, 30x Schalter, 42x LEDs

Preis und Verfügbarkeit:

Listenpreis: noch nicht bekannt.
Liefertermin: noch nicht bekannt.

Quelle: Mayer EMI

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